Warum ich für die Darmgesundheit brenne

Warum ich für die Darmgesundheit brenne

Die Darmgesundheit faszinierte mich schon immer. Wie die Haut ist der Darm eine Barriere zwischen der Außenwelt und unserem Körperinneren. All das, was wir essen, kommt zuerst in Kontakt mit der Schleimhaut des Verdauungskanals. Diese reagiert auf die Inhaltsstoffe und setzt spannende Prozesse in Gang. Die meisten Vorgänge und Reaktionen bleiben dabei unbemerkt, wie zum Beispiel das Hin- und Herwerfen der Nahrung im Magen. Denn: zwischen Schlucken und Ausscheidung der Nahrung gleicht unser Verdauungssystem einer „Blackbox“. Erst wenn etwas nicht reibungslos läuft, nehmen wir dies wahr. Dann zeigen sich Symptome wie Blähungen, Schmerzen, Durchfall oder Verstopfung.

Dass dies kein neues Phänomen ist, zeigt sich in den vielen Redewendungen, die sich auf Magen oder Darm beziehen. Ich selbst bin übrigens ein großer Fan von Zitaten und Sprichwörtern! So kann „jemandem etwas auf den Magen schlagen“ oder ihm „ein ungutes Bauchgefühl“ bescheren. Auch wenn wir verliebt sind, macht sich das im Bauch bemerkbar: wir haben dann „Schmetterlinge im Bauch“. Die Entscheidung, diesen Blogartikel zu schreiben, habe ich „aus dem Bauch heraus getroffen“.

Die Darmgesundheit beschäftigt mich schon seit vielen Jahren

Der gesunde Darm ist die Wurzel aller Gesundheit. Hippokrates (300 v.Chr.)

Eine Vielzahl von Erkrankungen entstehen im Darm. Das wusste schon Hippokrates. Und in den letzten Jahrzehnten hat sich auch in Medizin und Wissenschaft gezeigt: viele unserer sogenannten Zivilisationskrankheiten sind auf ernährungsbedingte Veränderungen der Darmflora zurück zu führen. Das heißt: weil wir heute so essen, wie wir essen, treten bestimmte Erkrankungen häufiger auf als früher. Dazu gehören etwa Übergewicht und Diabetes, Allergien und Unverträglichkeiten, aber auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Parkinson. Besonders heraus zu stellen ist auch noch, dass der Großteil unseres Immunsystems im Darm sitzt!

Stephanie Mißler am Flipchart
Die ausführliche Erläuterung der Zusammenhänge sind wichtiger Bestandteil der Beratungen.

2009 habe ich meine ersten Ernährungsberatungen bei Verdauungsbeschwerden durchgeführt. Seither hat sich viel getan, vor Allem in der Erforschung von Krankheitsursachen. So richtig in den Mittelpunkt des öffentlichen Bewusstseins ist die Darmgesundheit dann 2014 gelangt. Da erschien nämlich das grandiose Buch „Darm mit Charme“ von Giulia Enders. Auf spannende und unterhaltsame Weise erklärt die Wissenschaftlerin Dinge, „über die man nicht spricht“, wie zum Beispiel Blähungen oder Stuhlgang. Seither fällt es meinen Patient*innen auch leichter, mit mir über diese Dinge zu sprechen!

Die Erkenntnisse der letzten Jahre, zeigen: mit einer Ernährungsumstellung können die Darmgesundheit gefördert und Erkrankungen behandelt werden. Denn die Darmflora verändert sich ständig und ist letztlich das Ergebnis dessen, was wir essen und trinken. Ist das nicht faszinierend?

Ich bin überglücklich, wenn ich lange Leidenswege effektiv und schnell beenden kann!

Ernsthafte Verdauungsprobleme hatte ich selbst nie. Aber ich kann gut nachvollziehen, wie es jemandem gehen muss, der seit Jahren täglich unter Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung leidet. Meine Mission für das Thema Darmgesundheit wurde mir bewusst, als eine Reizdarm-Patientin sinngemäß zu mir sagte: „Ich esse inzwischen nicht mehr, weil es schmeckt, sondern um nicht zu verhungern.“ In diesem Moment wusste ich: ich kann mit meiner Arbeit Leben verändern! Was gibt es Sinnvolleres, als Menschen ein genussvolles Essen und Trinken zu ermöglichen, die das gar nicht mehr für möglich halten?

Stephanie Mißler in der Ernährungsberatung
Hier ist eine Beratungssituation dargestellt.

Ständige Bauch-Beschwerden können für Betroffene extrem belastend sein. Es entsteht Angst davor, das Falsche zu essen oder überhaupt zu essen. Die Nahrungsmittelauswahl wird auf ein Minimum beschränkt, es entstehen Nährstoffmängel. Diese werden dann im besten Fall mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen. Auf der Suche nach Hilfe finden immer mehr Patient*innen den Weg zu mir, deren Beschwerden seit Jahren bestehen, denen aber nie nachgegangen wurde. Allzu oft werden die Symptome auf die Psyche oder falsche Ernährung zurück geführt. So manches Mal wurde kurz gespiegelt und festgestellt: da ist nichts, es muss also ein Reizdarm sein. Standard-Methoden wie Atemtests auf Laktose- oder Fruktoseunverträglichkeit werden kaum noch durchgeführt; auch der Ausschluss einer Zöliakie wird längst nicht überall durchgeführt. Dabei sind es bei mehr als der Hälfte der Hilfesuchenden ganz einfache, leicht zu händelnde Unverträglichkeiten!

Es gibt für mich kein erfüllenderes Gefühl als der Moment, in dem jemand zu einer Folgeberatung kommt und mir mitteilt: „Ich habe (fast) keine Beschwerden mehr!“ oder „Ich hätte nicht gedacht, dass ich einfach nur xyz weg lassen muss, um beschwerdefrei zu sein!“ Die Dankbarkeit und Erleichterung dieser Menschen ist es, die mich täglich neu motiviert und antreibt!

Die Detektivarbeit bei der Suche nach der Ursache von Verdauungsproblemen ist mein Ding!

Anamnese zur Darmgesundheit
Eine ausführliche Anamnese ist wichtig.

Verdauungsprobleme sind nach außen hin kaum sichtbar. Alles spielt sich im Inneren unseres Körpers ab. Nur selten gibt es sichtbare Symptome, z.B. an der Haut. Es gilt also heraus zu finden, was zwischen der Nahrungsaufnahme und der Ausscheidung los ist. Durch regelrechte Detektivarbeit und der Suche nach Puzzleteilen, kommt man der Sache dann auf die Spur. Dabei frage ich auch nach Details zum Stuhlgang – oft zur Verwunderung meiner Patient*innen. Die Erklärung ist jedoch ganz leicht: wenn ich weiß, was oben rein und unten raus kommt, kann ich das Geschehen dazwischen besser einschätzen. Anhand dieser Stuhlanamnese sowie eines Ernährungstagebuchs kann ich oft schon Erkrankungen aus- oder einschließen. Wird zum Beispiel morgens ein Müsli gegessen und nach einer Stunde grummelt es im Bauch, könnten die Milch sowie die Bestandteile des Müslis dafür verantwortlich sein. Vorher bestanden schließlich keine Probleme.

Ich bin stolz darauf, zur Expertin für Darmgesundheit geworden zu sein!

Stephanie Mißler zeigt auf eine Folie zur Darmgesundheit
Ich erkläre den Weg der Nahrung durch den Körper

Bereits meine ersten Patient*innen hatten Darmerkrankungen. Und wie es gerade zu Anfang einer neuen Tätigkeit ist, arbeitete ich mich gründlich in die Thematik ein. Ich las viel, recherchierte, besuchte Fortbildungen. Schnell merkte ich: die Darmgesundheit ist mein Thema!

Seit dem Erfolg des Buches „Darm mit Charme“ sind viele weiterführende Bücher zur Darmgesundheit erhältlich. Und als Ernährungswissenschaftlerin verschlinge ich diese förmlich, z.B. „Warum Ihr Darm Kartoffelsalat liebt“ von drei ganz tollen Kolleginnen oder „Schlank mit Darm“ von Michaela Axt-Gadermann. Auch durch Fortbildungen rund um das Thema Verdauung halte mein Wissen aktuell und erweitere meine Kenntnisse. Demnächst starte ich sogar mit einem eigenen Forbildungsangebot.

Vor Allem aber durch meine vielen Patient*innen lerne ich dazu. Den Großteil meines Könnens habe ich daher den vielen Menschen zu verdanken, die mir vertrauen und die ich auf ihrem Weg zu einem besseren Bauchgefühl unterstützen darf. Insbesondere die vertrauensvolle Athmosphäre, der Austausch und die Offenheit in den Beratungen hat mich zu der Expertin werden lassen, die ich heute bin! Und inzwischen konnte ich so unglaublich vielen Menschen helfen, oft nach jahrelangem Leidensweg.

Unterlagen zur Darmgesundheit
Eine Auswahl meiner Möglichkeiten: Stuhltest-Kit, Darmprogramm, Stuhlanamnese

Anfang diesen Jahres habe ich mich dann dazu entschlossen, den Schwerpunkt Darmgesundheit weiter auszubauen. Zukünftig setze ich zusätzlich zur Beratung noch auf die Möglichkeiten der Stuhlanalyse und biete seit April das Programm „Darmgesund mit dem ICH-Faktor“ an. Darüber hinaus spezialisiere ich mich über den daab e.V. noch stärker im Bereich der Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten. Meine Vision: genussvolles Essen und ein gutes Bauchgefühl in jeder Lebenslage!

Ihre

Stephanie Mißler